17. September 2014

11. September - Schule - Leben

Hallöchen!

Ich bin jetzt seit fast einem Monat in den USA (und die Zeit vergeht echt schnell) und in der Schule ist schon wieder so viel passiert, dass ich einfach darüber schreiben muss. Aber ich fange mal bei etwas anderem an: dem 11. September. Vor 13 Jahren wurden die Staaten von al-Quaida attackiert und es kamen etwa 3000 Menschen ums Leben. Um das Andenken auszudrücken gab es in der Schule eine Schweigeminute, und alle Fahnen in den USA wurden auf die Hälfte des Mastes gezogen (nennt sich "half-mast"). Außerdem hat Präsident Obama am 10.09. eine Rede gehalten, in der er erklärt hat wie die Regierung gegen die terroristische Vereinigung ISIS vorgeht und er hat auch an den 11. September 2001 erinnert. Es war ein ziemlich trüber Tag, weil es eben noch in jedermanns Gedächtnis ist, und auch im Unterricht wurde es mehrfach angesprochen. Aber nun zu einem etwas schöneren Thema:

Die Schule! Es läuft wirklich gut, es ist einfacher als in Deutschland, aber man muss trotzdem dran bleiben. Ich bin jetzt fest im Schwimmteam, deswegen musste mein Stundenplan vorletzte Woche noch mal geändert werden, es sieht jetzt folgendermaßen aus:

1. Period: Swimming/Water Polo
2. Period: US Government/Psychology
3. Period: Algebra 2
4. Period: Audio and Video Production
-- Lunch --
5. Period: English 3 (Literature)
6. Period: TechTheater
7. Period: US History

Es läuft mittlerweile auch in US Government akzeptabel, ich halte mich gerade so über Wasser, ich stehe auf 71%, und 70% muss ich haben :D US History ist total super, ich liebe die Lehrerin und der Unterricht ist wirklich interessant. Alles andere ist wirklich ein Kinderspiel, auch wenn mir die Hausaufgaben auf die Nerven gehen.
Letzten Freitag gab es die erste "Pep Rally" der Schule, und wenn man aus Deutschland kommt und sowas noch nie mitgemacht hat, dann kann man schon mit offenem Mund dastehen. Ich versuche es mal zu erklären. Also, der ganze Tag wird umgeplant, alle Stunden werden 5min kürzer, und nach der 5. Stunde gibt es dann die Pep Rally, es ist ein Event bei dem sich alle Schüler in der Turnhalle versammeln, wir saßen auf Tribünen, jeder sitzt mit allen anderen aus dem selben Jahrgang zusammen. Sinn der Pep Rally ist es, das Football Team anzufeuern, weil sie am Abend ein Spiel haben. Nun waren alle Schüler auf den Tribünen und dann gab es ein Programm: die Cheerleader haben getanzt, außerdem verschiedene Tanzgruppen der Schule, dann gab es eine Art Rally zwischen den Jahrgängen, von jedem Jahrgang waren 2 Schüler vorn und haben versucht ein Paket mit einem Baseball-Schläger zu öffnen und danach alle Süßigkeiten zu essen, die darin enthalten waren. Gewonnen haben die Seniors, also der 12. Jahrgang...Während dieses Pep-Rally wurde laut gejubelt und geschrien, und immer wenn über z.B. die Juniors (11. Jahrgang) geredet wurde, dann ist unsere Tribüne richtig abgegangen, es wurde geschrieben und getrampelt und geklatscht, es war einfach verrückt. Dazu komm noch das am Tag einer Pep Rally Schulfarbe getragen wird: Am Freitag war das Thema "Red Out", fast alle Schüler sind in rot gekommen, es war einfach krass. Meine Mathe Lehrerin hat allen im roten Shirt 5 Bonuspunkte bei der Arbeit gegeben, da habe ich es glatt auf 110% geschafft :D

Pep Rallies gibt es immer vor den Football-Spielen, etwa aller 3 Wochen! Nächste Pep Rally ist das Thema "Black Out", also schwarz tragen! Es ist wirklich verrückt gewesen, aber es hat auch mega Spaß gemacht, leider konnte ich keine Fotos machen, weil mein Handy gerade in der Werkstatt ist. Es ist alles um die Schule und das Team zu unterstützen und wenn alle mitmachen, dann macht das wirklich Spaß!

Sonst gibt es nicht viel zu berichten, ich habe wenig Freizeit, an den Wocheneden schlafe ich erst mal richtig aus, dann mache ich Hausaufgaben und den ganzen Spaß und leider geht das Wochenende viel zu schnell rum, aber Schule ist wirklich nicht schlimm, deswegen ist alles in Ordnung.

Das wäre es von mir,

bis bald!

Eddy

6. September 2014

2 Wochen Texas

Hallo!

Ich bin jetzt seit 2 Wochen und Texas und inzwischen ist schon einiges passiert, sowohl in der Schule als auch sonst:

Zunächst zur Schule:

Ich hatte jetzt 2 Schulwochen á 4 Tage, weil in der ersten Woche ich Montag noch zu Hause geblieben bin und letzte Woche Montag war Labor Day, da hatte jeder Frei. In der Schule läuft es so mittelmäßig, in Mathe habe ich einen Durchschnitt von 98%, aber ich habe einige Probleme in English, weil sie da genau das machen was wir auch im Deutschunterricht machen, also interpretieren, erörtern und Sachtexte bearbeiten und Bücher lesen...da komme ich absolut nicht hinterher, aber die Lehrerin nimmt etwas Rücksicht auf mich. US Government finde ich auch nicht super, es ist meeeegaaa langweilig, der Lehrer labert die ganze Zeit und gibt uns den Stoff für zu Hause auf...das macht das Lernen für die Tests nicht gerade einfacher. Aber ich habe auch Spaß in der Schule, so macht „TechTeater“, „Algebra“ und „Audio and Video Production“ wirklich Spaß und mittlerweile bin ich auch im Schwimmteam, allerdings ist es somit vorbei mit ausschlafen, weil sich das Schwimmteam schon 06:30 Uhr trifft und dann für 2h trainiert. „US History“ ist eigentlich recht interessant, aber teilweise auch schwer zu verstehen.

Mir wurde von vielen Leuten in Deutschland gesagt, dass Schule in Amerika sehr einfach ist. Ich bin mit dieser Ansicht auch hergekommen und musste dann sehen, dass es ganz sicher nicht "super einfach" ist. Ich meine, ich bin hier auch in der elften Klasse, und in Deutschland wäre es sicherlich schwieriger, aber die haben trotzdem ein gewisses Niveau. Da ich nicht alles verstehe, macht es das natürlich auch sehr schwer, manchmal. Was auf jeden Fall einfacher ist, sind die Tests. Denn das ist meistens ein Quiz mit 25 Fragen und drei oder vier vorgegebenen Antworten von denen eine richtig ist. Nur wenn man die Frage nicht versteht, hilft das auch nicht sonderlich. Aber ich bin mir sicher, dass es mir mit der Zeit leichter fallen wird.

Gestern hatten wir einen Amok-Probealarm in der Schule, es kam nur eine ganz kurze Durchsage, ich glaube es war "lock-out" und dann hat der Lehrer gesagt: "Alle in die Ecke und auf den Boden!" Ich fand das alles total witzig :D Dann hat er das Licht ausgemacht und die Tür verriegelt. In den Türen der Klassenzimmer sind Fenster, wir waren in der einen Ecke, die man von Fenster aus nicht einsehen kann. Sollte also ein Amokläufer durch das Fenster schauen, würde er denken das Zimmer ist leer. Es war schon ziemlich aufregend, dann sind andere Lehrer durch die Gänge gegangen, haben an allen Türen gerüttelt und durch die Fenster geschaut und dann durften wir wieder aufstehen. Es war schon ziemlich aufregend ;)

Was passiert sonst so?

Mittlerweile ist das Wetter etwas abgekühlt, wir haben jetzt "nur" noch 30°C - 35°C, aber es ist absolut ertragbar. Dallas ist eine wunderschöne Stadt, es ist unfassbar sauber und aufgeräumt, es gibt angelegte Parks und allgemein ist alles ziemlich modern. Meine Gastfamilie ist super, wir haben sehr viel Spaß und lachen unheimlich gern, es ist einfach perfekt. Mit der Sprache geht es voran, es ist eben wirklich so dass man sehr gut versteht aber sich schwer tut, wenn man etwas sagen will, aber ich versuche es einfach und es funktioniert, das liegt einfach an der Einstellung der Amerikaner, sie finden es super wenn man versucht ihre Sprache zu sprechen und finden Fehler nicht schlimm, sondern sagen: "Ich liebe deinen Akzent!". Ich bin nach der Schule wirklich geschafft, es ist unfassbar wie schnell der Tag immer vorbei ist, nachdem man von der Schule zurück ist. Es ist dann 17 Uhr...dann musst du Hausaufgaben machen, und meistens ist das nicht gerade wenig...dann gibt es Abendessen und bald ist der Tag vorbei.

Ferien gibt es hier aber erst zu Weihnachten, allerdings gibt es vorher glaube ich noch ein oder zwei Feiertage.

Ich genieße auf jeden Fall meine Zeit hier, und weiß jetzt schon dass mir der Abschied schwer fallen wird.

Liebe Grüße!

Eddy